Hervorgehoben

Am Anfang steht eine Frage

Eine Frage in meinem Kopf

Und damit geht es los. Mein Name ist Max und ich habe eine Frage: Warum hat mir eigentlich nie jemand so richtig erklärt, was es mit dem Geld so auf sich hat?

Na klar, ich bin wie viele andere in Deutschland in einer Welt ohne materielle Sorgen aufgewachsen. Damit meine ich: Wir hatten immer genug zu essen, ein Dach über dem Kopf und für ein Auto und einen Urlaub hat es auch noch gereicht.

Und wie vielen anderen wurde mir von meinen Eltern immer gesagt: Du musst von deinem Taschengeld etwas zur Seite legen. Für den Führerschein, für ein Moped oder für das Studium. Und so ging es los.

Ich war für mein Geld verantwortlich, ohne dass mir jemand erklärte, was Zinsen sind, warum ich das Geld auf ein Sparbuch lege und warum ich es auf keinen Fall auflösen darf. Denn sonst, sind alle Zinsen futsch.

Auch die Schule hat hier nicht wirklich geholfen. Na klar: Den Dreisatz, Prozentsatz und die eine oder andere Kurvendiskussion habe ich auch gelernt. Aber wirklich viel hat mit das für den Umgang mit meinem Geld nicht gebracht.

Im Studium war es dann auch nicht viel besser. Zwar musste ich nun für mich selbst sorgen, Miete und Semesterbeitrag zahlen und hin und wieder auch sonst mal was investieren. Aber wirkliche Gedanken habe ich mir da noch nicht gemacht.

Nun bin ich fast 30 Jahre alt, habe einen Job, verdiene Geld, aber wenn ich ehrlich bin, dann muss ich mich endlich mal fragen: Gehe ich richtig damit um?

Ich denke, diese Frage können sich viele in meiner Generation stellen. In mir steckt das dumpfe Gefühl, dass der Umgang mit Geld, den wir von unseren Eltern und Großeltern gelernt haben, in der modernen Welt vielleicht nicht mehr ganz zeitgemäß ist. Oder doch?

Daher will ich mich mit diesem Blog auf eine Reise begeben und ein paar Fragen beantworten, die schon eine ganze Weile in meinem Kopf sind. Es geht nicht darum, schnell reich zu werden (falls das passiert, dann werde ich mich aber auch nicht beschweren). Ich will einfach mehr wissen über das, was anscheinend so wichtig ist, aber doch von vielen zum Geheimnis erklärt wird.

Auf gehts.

Als ich fast mal einen teuren Gürtel bekommen hätte

Die Reise beginnt natürlich zu Hause. Bei meinen Eltern. Ein paar Worte vorab: Beide haben gemeinsam viele Jahre ein kleines Unternehmen geführt. Das klingt nach mehr als es war. Etwa fünf Angestellte, rund um die Uhr viel Arbeit und letztlich auch viel Ärger. Irgendwann haben sie sich entschlossen, damit aufzuhören. Mama ist nun Angestellte, Papa ist Rentner.

Bei uns zu Hause war nicht mein Vater der Herr über die Finanzen und das war auch echt gut so. Denn er lebt nach der Devise: Wenn ich etwas brauche, dann kaufe ich es. Egal wo, egal zu welchem Preis. Geld ist nicht wirklich seine Sache. Er geht damit wohl sehr spontan um, wenn man es so ausdrücken kann. Dafür ist er risikofreudiger, gibt auch mal etwas für nicht unbedingt notwendige Dinge aus und hat immer ein Herz für eine schicke Jacke oder auch mal etwas fürs Auto. Manchmal hat er dabei auch Glück und kauft günstig Sachen, die er später teurer verkaufen kann. Aber geplant ist das eher nicht. Von ihm habe ich wohl gelernt, dass Geld ausgeben Spaß machen kann.

Meine Mutter ist da ganz anders. Sie hat immer auf das Geld geachtet, hat die Buchhaltung der Firma gemacht und immer schon in den nächsten Monat geschielt. Ihr ist es wohl zu verdanken, dass das Unternehmen überhaupt so lange am Leben war. Sie ist sparsam, ohne geizig zu sein. Wenn wir als Kinder etwas brauchten, dann bekamen wir es. Sie achtete stets darauf, dass es Klamotten, Schuhe oder Sachen für die Schule lange halten. Mama hat mir glaube ich vermittelt, Geld an den richtigen Stellen zu sparen, um gut in die Zukunft planen zu können.

Dazu eine Anekdote: Der kleine Max, etwa sieben oder acht Jahre alt, sieht in einem Laden einen Ledergürtel mit einem großen Emblem der Marke „Joop“. Das Teil kostete wohl runde 200 Mark. Ich machte einen riesigen Aufstand und wollte den Gürtel haben. Ich wusste weder was das genau ist, noch was „Joop“ bedeutet. Abgesehen davon wäre er wohl auch viel zu groß gewesen. Papa sagte: „Na, wenn er dir gefällt, dann nehmen wir ihn eben.“ Wir gehen beide freudestrahlend zur Kasse, als Mama im letzten Moment um die Ecke kommt. Ein kurzer Blick, ein paar passende Worte und mein Papa und ich verließen den Laden ohne Gürtel, dafür mit langgezogenen Ohren.

Als ich mit einigen Freunden darüber sprach, sagten sie mir: „Krass. Das ist bei uns zu Hause genau umgekehrt.“ Fast alle haben mir bestätigt, dass Mama gerne Geld ausgibt und Papa eher auf den Pfennig schaut. Offensichtlich komme ich aus einer verkehrten Welt.

Was habe ich von diesem kurzen Rückblick in meine Kindheit gelernt? 1. Der Umgang meiner Eltern mit Geld war nicht einheitlich. Beide haben wohl sehr unterschiedliche Philosophien vertreten. 2. Ich würde mich heute in keine der beiden Kategorien wirklich einordnen. Weder bin ich ein guter Sparer, noch gebe ich gerne Geld aus.

Die Feststellung ist also: Wie unsere Eltern mit Geld umgehen, muss nicht unbedingt auf uns abfärben. Was aber sehr wohl langfristig wirken kann, sind die Vorkehrungen, die unsere Eltern in finanzieller Hinsicht für uns getroffen haben.

Davon werde ich euch später noch erzählen.

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