Hervorgehoben

Mit guten Freunden bespricht man… (Teil 2)

Ich habe die letzten Wochen genutzt, um mal ganz wissenschaftlich meine Frage zu betrachten: Gehe ich richtig mit meinem Geld um? Denn ich habe eine kleine Umfrage unter meinen Freunden und Bekannten gemacht. Wie schwer es war, über Geld zu reden, das habe ich euch ja schon beschrieben. Erst waren die Befragten sehr zurückhaltend, ablehnend und sogar etwas beleidigt. Doch dann bekam ich verblüffende Antworten.

Wie ich ja schon schrieb, ist mein Freundeskreis ein bunter Querschnitt der Gehaltstabelle. Von ziemlich weit oben bis sehr weit unten. Die größte Gruppe aber kommt aus der Mitte.

„Ich würde gerne mehr sparen, aber es bleibt einfach nicht genug übrig“

Das haben vor allem die Normalverdiener unter meinen Freunden gesagt. Das Sparen scheint für viele von ihnen ein großes Ziel zu sein, aber es will nicht so richtig gelingen. Als ich fragte, woran dies liegt, bekam ich fast immer die gleiche Antwort: „Die Miete, das Auto und dann noch die Fixkosten – das frisst jeden Monat das Gehalt einfach auf.“ Auch bei mir ist genau dies häufig der Fall. Ich würde gerne, aber… Also lebe ich wie die Mehrheit meiner Freunde vom Gehalt. Meistens bleibt am Monatsende nicht viel übrig und wenn doch, dann fließt es auf das Sparbuch. Von Geldanlage oder so etwas hat keiner gesprochen.

„Die unvermeidbaren Kosten halte ich so niedrig wie möglich.“

Dieser Satz kam nicht etwa von meinem Kumpel mit Gelegenheitsjobs. Er kam von einem guten Freund mit einem sehr hohen Monatseinkommen. Es fließt viel Geld in seine Taschen, aber er lässt sich davon nicht verleiten. Das Auto ist abbezahlt und ein neues braucht er nicht. Das Haus ist von den Eltern übernommen und er hat wenig bis nichts umgebaut. Versicherungen hält er so günstig wie möglich. „Ich muss das Geld nicht anlegen“, meint er. Deshalb packt er es einfach auf ein Girokonto. Für schlechte Zeiten, eine größere Ausgabe oder einfach nur so. Seine Maxime: Alles was jeden Monat kommt, so niedrig wie überhaupt möglich halten. So bleibt auch mal Spielraum für einen kleinen Bonus. Den sieht er aber eher als Anreiz für seine Arbeit, also sein Einkommen.

„So weit wie möglich nach vorne planen“

Auch mein guter Freund mit dem geringen Einkommen hält die regelmäßigen Belastungen so niedrig wie möglich. Nicht weil er will, sondern weil er muss. Aber elementar ist für ihn eine andere Taktik: Er versucht schon zwei bis drei Monate voraus zu sehen. Ein Beispiel: In vier Monaten ist Weihnachten. Er legt sich also schon jetzt ein kleines Polster an. Nur etwa 15 Euro pro Monat, aber dafür kommt dann im Dezember nicht alles geballt. Stehen einmal jährliche Zahlungen an, wie etwa die Autoversicherung oder die Steuer, dann setzt er sich im Smartphone einen Reminder – schon acht Wochen vorher. „So kannst du nur selten überrascht werden“, sagt er.

Was habe ich gelernt? Egal ob Topeinkommen oder Geringstverdiener – beide halten die Kosten für ihre Verhältnisse so niedrig es eben geht. Außerdem ist Vorausplanung wohl ein gutes Rezept, wenn man nicht viel Geld hat. Für mich als Normalverdiener könnte das ein guter Weg sein, denn wie viele meiner Freunde fühle ich mich so, als ob die Fixkosten mich auffressen. Aber eine Sache hat keiner erwähnt: Die sinnvolle, also vermehrende, Anlage des Geldes. Komisch, oder?

Mit guten Freunden bespricht man… (Teil 1)

Nach einer viel zu langen Pause melde ich mich wieder mit diesem Post. Ich habe die letzten beiden Wochen für eine kleine Umfrage unter meinen Freunden und Bekannten genutzt. Ich dachte mir: Warum nicht mal andere Leute in meinem Alter fragen? Sollte doch kein Problem sein. Aber falsch gedacht. Es wurde zu einem Problem.

Mein Freundeskreis ist ein Querschnitt aus meinem Leben und wohl auch aus der Gesellschaft. Schulfreunde, Kommilitonen aus dem Studium, Arbeitskollegen und Nachbarn. Darunter sind Top-Verdiener mit einem sehr hohen Einkommen oder geerbtem Vermögen und ein Geringstverdiener, der sich nur mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält. Die Mehrheit würde ich als Normalos einordnen, also mit einem Job, mittlerem Einkommen, einer Mietwohnung oder einem kleinen Häuschen. Allen habe ich die gleiche Frage gestellt: Wie gehst Du mit Geld um?

„Das geht doch niemanden etwas an“

Ich hätte nicht erwartet, dass die erste Reaktion meistens Ablehnung war. Aus Scham, Geheimniskrämerei oder Unwissen – keine Ahnung. Jedenfalls wollten vor allem die Normalverdiener nur ungerne über ihre Brieftasche reden. Dabei war ja schon vieles offensichtlich. Ich kenne von der Mehrheit die Verhältnisse aus dem Elternhaus, sehe das fast neue Auto in der Einfahrt, kenne die Jobs und kann auch selbst einschätzen, was so eine neue Küche oder der Urlaub kostet. „Was ist das für eine sch… Frage?“, meinte ein guter Freund. „Ich bin nicht sicher, was dich das angeht“, sagte mir eine Freundin. Mir verrieten die ablehnenden Worte, dass ich genau auf der richtigen Spur war.

„Das ist intimer, als würde man über Sex reden“

Wenn es das Wort „Geld-Prüderie“ noch nicht gibt, dann habe ich es hiermit erfunden. Denn es ist heute anscheinend einfacher über Sex zu reden, als über Finanzen. Das hätte ich nie erwartet. Als sich die Situation aber nach den ersten Abwehrversuchen lockert, senkt sich bei vielen die Stimme, sie flüstern, rücken näher an mich heran und tun geheimnisvoll, als sie über Ihren Umgang mit Geld sprechen.

„Willst du meinen Konotauszug sehen?“

Das sagte mir ausgerechnet ein Freund mit geringem Einkommen. Und er meinte es wohl ernst. „Wo nichts ist, da gibt es auch nichts zu verbergen“, meinte er und lacht. Er hatte überhaupt kein Problem damit, über Finanzen zu reden. Es sprudelte aus ihm heraus und ich erkannte, was ich nie erwartet hätte: Ausgerechnet er hat einen Plan und verfolgt diesen auch sehr stetig (siehe Teil 2 dieses Posts).

Geld und der Umgang damit ist sehr persönlich, fast schon intim. Ich bin nicht mal sicher, ab alle Paare in dieser Beziehung offen miteinander sind. Um Finanzen machen wir ein großes Geheimnis. Das ist einerseits verständlich. Der eigene Geldbeutel geht schließlich niemanden etwas an. Andererseits können sich so auch wirklich hartnäckige Rituale festsetzen, die zu schwerwiegenden Folgen führen könnten.

Was meine Freunde über ihren Umgang mit Finanzen sagten, das zeige ich Euch in der nächsten Woche.

Als ich fast mal einen teuren Gürtel bekommen hätte

Die Reise beginnt natürlich zu Hause. Bei meinen Eltern. Ein paar Worte vorab: Beide haben gemeinsam viele Jahre ein kleines Unternehmen geführt. Das klingt nach mehr als es war. Etwa fünf Angestellte, rund um die Uhr viel Arbeit und letztlich auch viel Ärger. Irgendwann haben sie sich entschlossen, damit aufzuhören. Mama ist nun Angestellte, Papa ist Rentner.

Bei uns zu Hause war nicht mein Vater der Herr über die Finanzen und das war auch echt gut so. Denn er lebt nach der Devise: Wenn ich etwas brauche, dann kaufe ich es. Egal wo, egal zu welchem Preis. Geld ist nicht wirklich seine Sache. Er geht damit wohl sehr spontan um, wenn man es so ausdrücken kann. Dafür ist er risikofreudiger, gibt auch mal etwas für nicht unbedingt notwendige Dinge aus und hat immer ein Herz für eine schicke Jacke oder auch mal etwas fürs Auto. Manchmal hat er dabei auch Glück und kauft günstig Sachen, die er später teurer verkaufen kann. Aber geplant ist das eher nicht. Von ihm habe ich wohl gelernt, dass Geld ausgeben Spaß machen kann.

Meine Mutter ist da ganz anders. Sie hat immer auf das Geld geachtet, hat die Buchhaltung der Firma gemacht und immer schon in den nächsten Monat geschielt. Ihr ist es wohl zu verdanken, dass das Unternehmen überhaupt so lange am Leben war. Sie ist sparsam, ohne geizig zu sein. Wenn wir als Kinder etwas brauchten, dann bekamen wir es. Sie achtete stets darauf, dass es Klamotten, Schuhe oder Sachen für die Schule lange halten. Mama hat mir glaube ich vermittelt, Geld an den richtigen Stellen zu sparen, um gut in die Zukunft planen zu können.

Dazu eine Anekdote: Der kleine Max, etwa sieben oder acht Jahre alt, sieht in einem Laden einen Ledergürtel mit einem großen Emblem der Marke „Joop“. Das Teil kostete wohl runde 200 Mark. Ich machte einen riesigen Aufstand und wollte den Gürtel haben. Ich wusste weder was das genau ist, noch was „Joop“ bedeutet. Abgesehen davon wäre er wohl auch viel zu groß gewesen. Papa sagte: „Na, wenn er dir gefällt, dann nehmen wir ihn eben.“ Wir gehen beide freudestrahlend zur Kasse, als Mama im letzten Moment um die Ecke kommt. Ein kurzer Blick, ein paar passende Worte und mein Papa und ich verließen den Laden ohne Gürtel, dafür mit langgezogenen Ohren.

Als ich mit einigen Freunden darüber sprach, sagten sie mir: „Krass. Das ist bei uns zu Hause genau umgekehrt.“ Fast alle haben mir bestätigt, dass Mama gerne Geld ausgibt und Papa eher auf den Pfennig schaut. Offensichtlich komme ich aus einer verkehrten Welt.

Was habe ich von diesem kurzen Rückblick in meine Kindheit gelernt? 1. Der Umgang meiner Eltern mit Geld war nicht einheitlich. Beide haben wohl sehr unterschiedliche Philosophien vertreten. 2. Ich würde mich heute in keine der beiden Kategorien wirklich einordnen. Weder bin ich ein guter Sparer, noch gebe ich gerne Geld aus.

Die Feststellung ist also: Wie unsere Eltern mit Geld umgehen, muss nicht unbedingt auf uns abfärben. Was aber sehr wohl langfristig wirken kann, sind die Vorkehrungen, die unsere Eltern in finanzieller Hinsicht für uns getroffen haben.

Davon werde ich euch später noch erzählen.

Am Anfang steht eine Frage

Eine Frage in meinem Kopf

Und damit geht es los. Mein Name ist Max und ich habe eine Frage: Warum hat mir eigentlich nie jemand so richtig erklärt, was es mit dem Geld so auf sich hat?

Na klar, ich bin wie viele andere in Deutschland in einer Welt ohne materielle Sorgen aufgewachsen. Damit meine ich: Wir hatten immer genug zu essen, ein Dach über dem Kopf und für ein Auto und einen Urlaub hat es auch noch gereicht.

Und wie vielen anderen wurde mir von meinen Eltern immer gesagt: Du musst von deinem Taschengeld etwas zur Seite legen. Für den Führerschein, für ein Moped oder für das Studium. Und so ging es los.

Ich war für mein Geld verantwortlich, ohne dass mir jemand erklärte, was Zinsen sind, warum ich das Geld auf ein Sparbuch lege und warum ich es auf keinen Fall auflösen darf. Denn sonst, sind alle Zinsen futsch.

Auch die Schule hat hier nicht wirklich geholfen. Na klar: Den Dreisatz, Prozentsatz und die eine oder andere Kurvendiskussion habe ich auch gelernt. Aber wirklich viel hat mit das für den Umgang mit meinem Geld nicht gebracht.

Im Studium war es dann auch nicht viel besser. Zwar musste ich nun für mich selbst sorgen, Miete und Semesterbeitrag zahlen und hin und wieder auch sonst mal was investieren. Aber wirkliche Gedanken habe ich mir da noch nicht gemacht.

Nun bin ich fast 30 Jahre alt, habe einen Job, verdiene Geld, aber wenn ich ehrlich bin, dann muss ich mich endlich mal fragen: Gehe ich richtig damit um?

Ich denke, diese Frage können sich viele in meiner Generation stellen. In mir steckt das dumpfe Gefühl, dass der Umgang mit Geld, den wir von unseren Eltern und Großeltern gelernt haben, in der modernen Welt vielleicht nicht mehr ganz zeitgemäß ist. Oder doch?

Daher will ich mich mit diesem Blog auf eine Reise begeben und ein paar Fragen beantworten, die schon eine ganze Weile in meinem Kopf sind. Es geht nicht darum, schnell reich zu werden (falls das passiert, dann werde ich mich aber auch nicht beschweren). Ich will einfach mehr wissen über das, was anscheinend so wichtig ist, aber doch von vielen zum Geheimnis erklärt wird.

Auf gehts.

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